Samstag, 15. Juli 2017

{flieg Ballon flieg}





Wir machen es nicht jedes Jahr. Genau genommen ist es sogar erst das zweite mal. Vor drei Jahren haben wir es anlässlich des 10. Geburtstag unseres Grossen zum ersten mal getan. Nämlich einen Ballonwettbewerb gestartet. Eine schöne Sache, finden wir. Damals haben wir gute Wünsche in den Himmel steigen lassen. Diesmal stand nichts besonderes drauf. Aber die Finder sollten auch was von der Sache haben. Sie durften ankreuzen, ob sie eine kleine Überraschung oder einen Brief wünschten.
Bisher sind zwei Karten zurückgekehrt. Eine aus dem Kanton St. Gallen und die zweite aus dem Oberallgäu (D). Es ist immer wieder interessant, zu sehen, wie weit so ein kleiner Ballon fliegen kann. Oftmals ist der Start ja nicht sehr glücklich. Bei einigen will man anfänglich gar nicht glauben, dass sie es überhaupt zum Himmel hoch schaffen. In unserem Falle zogen gerade dunkle Wolken auf und wir hätten es kaum zu glauben gewagt, dass einer der Ballone es über die Kantonsgrenze hinaus schaffen könnte. Eigentlich hatten wir sogar damit gerechnet, dass es noch in der nächsten halben Stunde an unserer Tür klingeln würde. Es hätte uns nicht verwundert, wenn ein Kind aus der Nachbarschaft mit einem schelmischen Lachen im Gesicht uns einen erschöpft baumelnden Ballon an einer Schnur entgegen gestreckt hätte. Nichts der gleichen geschah. Unsere Türklingel schwieg den ganzen Abend und auch die bedrohlich wirkenden Wolken verzogen sich wieder. 

Es scheint fast so, als hätten sie die Ballone, die sie verschluckt hatten, mehrere hundert Kilometer weiter östlich wieder ausgespuckt. 







Natürlich haben wir unser Versprechen gehalten und den Findern nach Wunsch einen Brief oder eine kleine Überraschung zugesendet. In dieser Tat wohnt etwas verbindendes und ganz wunderbares inne.
Man schickt einen Ballon auf eine kleine Reise und kommt mit wildfremden Menschen in Kontakt. 
Man wird sie wohl nie zu Gesicht bekommen. Aber da ist etwas, das für einen kurzen Augenblick eine Verbindung schafft. Ein Kontakt... Gedanken an einen fremden Menschen. Man beschäftigt sich damit, wo sie wohl wohnen und wer sie sein mögen. Diese Gedanken auf beiden Seiten... wohlwollend, erfreut... so wie all unsere Begegnungen sein sollten.

Es ist für mich auch eine Form um Dankbarkeit auszudrücken. Etwas von meinem Glück mit anderen zu teilen. Schade, dass wir uns immer wieder vom Alltag überrollen lassen. Schade, dass wir nur einmal im Jahr unseren Geburtstag feiern. Eigentlich haben wir jeden Tag Grund dazu, fürs Leben dankbar zu sein. Es versteht sich von selbst, dass auch ich nicht immer glücklich bin. Es wird kaum einen Menschen auf unserem schönen Planeten geben, der jeden Tag sorgenfrei und unbekümmert durchs Leben spaziert. Wenn wir aber unsere glücklichen Momente teilen, können wir dazu beitragen, dass auch andere Menschen wieder strahlen können. Manchmal genügt es unser Glück nicht in unserem Herzen verschlossen zu halten sondern es mit einem lächeln auf dem Gesicht in die Welt hinaus zu tragen. Wie oft hat sich schon mein Tag erhellt, weil mir jemand zugelächelt hat. 







Ich möchte viel öfters ein Ballon sein, der sich unbekümmert zu den Wolken hoch tragen lässt.
Der sich sorgenfrei vom Wind an fremde Orte treiben lässt und keine neuen Begegnungen scheut.
Der nichts anderes ist, als er ist. Ein Ballon. Ein bisschen Gummi mit Helium gefüllt. Oftmals schon schmutzig und schrumpelig wenn er gefunden wird... und doch bereitet er grosse Freude.
Es zählt nicht in erster Linie das Aussehen. Viel wichtiger und nachhaltiger werden Begegnungen durch das geprägt, was wir in unserem Herzen tragen.

Und was ist deine Motivation, wenn du Menschen begegnest? Reicht es dir, zu sein wer du bist?
Kannst du ja zu dir sagen, auch wenn mal die Luft raus ist? Vielleicht bist du von einem oder sogar mehreren Stürmen des Lebens gezeichnet? Das bedeutet nicht, dass du dieser Welt nicht etwas zu geben hättest.

Einfach du selbst zu sein... und für jemanden da zu sein. Oftmals reicht das schon, um das Leben eines Mitmenschen positiv zu prägen.

"Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren die glücklich sind." {Farancis Bacon}

Deshalb wünsche ich dir von Herzen Dankbarkeit.

Herzlichst
Melanie














Kommentare:

  1. Gerade lese ich "tausend Geschenke" von Ann Voskamp. Sehr herausfordernd. Aber wegweisend für die Dsnkbarkeit. Erst habe ich ihr Andachtsbuch dazu gelesen, jetzt das Buch. Ermutigend, herausfordernd, verändernd.
    Herzlichst
    yase

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  2. Liebe Yase
    Vielen Dank für den Tipp. Auch wenn diese Haltung sehr herausvordernd ist... es lohnt sich so zu leben.
    Herzlichst
    Melanie

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  3. Liebe Melanie
    Sehr berührend Dein schöner Beitrag. Dankeschön & eine gute Zeit.
    LG Daniela

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    1. Danke Daniela für deine lieben Worte. Ich wünsche dir einen wundervollen Sommer.
      Herzlichst
      Melanie

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Vielen ♥ Dank für deine lieben Worte...

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